Jennifer Davids wurde 1973 in Wiesbaden als älteste von zwei Töchtern eines
Deutschen und einer Filipina geboren. Es war eine Kindergärtnerin, die Jennifers außergewöhnliches Gespür für Musik bemerkte. „Ich erinnere mich noch sehr genau an diesen Augenblick, als ich eines abends nach Hause kam und in unserem Flur einen sperrigen, hölzernen Gegenstand vorfand,abgedeckt mit einer orangefarbenen Häkeldecke. Meine Mutter und meine Oma standen direkt daneben, mit verschmitztem Gesicht. Ich ahnte bereits, was sich darunter verbergen könnte und die Freude war riesig, als ich die Decke herunter nahm. Denn da stand es: Mein eigenes Klavier!
Meine Eltern haben mich dann auf eine städtische Musikschule zum Klavierunterricht geschickt. Irgendwie lag es mir aber schon damals nicht so sehr, streng nach Noten klassische Werke zu spielen. Mein Vater fragte mich immer, ob ich geübt habe - Natürlich sagte ich Ja, aber er wusste selber nur zu gut, dass dem nicht so war. Er drohte dann jedes Mal damit, dass das Klavier wieder verkauft werden würde, sollte ich nicht mehr Engagement zeigen. Natürlich war mir klar, dass mein Vater es nie fertig bringen würde, mir das Klavier zu entziehen, weil ich sehr an dem Instrument hing. Anstelle der Präludien oder Etüden habe ich lieber stundenlang improvisiert, allerlei Pop-Songs nach dem Gehör gespielt. Es war klar, dass aus mir wohl nie eine Konzert-Pianistin werden würde."
Ein Freund der Familie, der zu Beginn der 80er Jahre einer der Ersten war, der einen CD-Player sein eigen nennen konnte, spielte eines Sommertages der zwölfjährigen Jennifer Songs von Whitney Houston, Patti Labelle und Anita Baker vor. „Als ich Whitneys Stimme zum ersten Mal hörte, war ich hin und weg! Noch nie zuvor hatte ich auch nur annähernd vergleichbares und Atem beraubendes gehört! Von da an, war ich ein totaler Fan von Black-, und Soul-Music. Die Whitney-Houston-Ballade „The Greatest Love Of All" war das erste Stück, das ich am Klavier vor Publikum spielte und sang. Zwei, drei Jahre später, während einer Chorprobe in der Schule."
Die Tatsache, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft von Jennifer und ihrer Schwester Amerikaner lebten und der Umstand, einer Familie zu entstammen, deren Wurzeln bis nach Spanien und Indien reichen, trug maßgeblich zu ihrer Entwicklung bei. Sie war mitten drin im multi-kulturellen Leben, lernte früh Englisch in Wort und Schrift, was später auch von Vorteil für ihr Songwriting sein sollte. Vor allem aber entwickelte sie bereits in Kindheit und Jugend einen offenen, kosmopolitischen Geist, in dem kein Platz war für Vorurteile und Engstirnigkeit. „Ich weiß noch sehr genau, dass ich in der Schule oft auf mein perfektes Deutsch angesprochen wurde. Damals waren Kinder von Migranten oder aus Mischehen eher eine Ausnahme in deutschen Schulklassen und Jeder, der „anders" aussah, erregte automatisch Aufmerksamkeit. Wann immer ich in die Heimat meiner Mutter, die Philippinen, reiste, oder mit ihren Landsleuten zusammen war, fühlte ich mich wie ein Fremdling. Nicht im negativen Sinn, aber ich bin nun einmal ein Mischling, was bedeutet, dass ich immer hin- und her gerissen sein werde. Vielleicht hat mir Gott deshalb die Gabe der Musik gegeben. Es weiß wohl Jeder, dass Musik verbindet - sie ist eine einzigartige Sprache, die jedes menschliche Wesen begreift und versteht, gleich welcher Rasse oder Religion!"
Mit sechzehn nahm Jennifer ihre ersten Gesangsstunden und nutzte Musik-, und Gesangswettbewerbe als Forum für erste Bühnenerfahrungen. „Ich kenne keinen Musiker, der nicht durch diese Schule gegangen ist: Ich selbst habe dabei immer kräftig abgeräumt: Den ersten Preis eines Karaoke-Wettbewerbs, der in einem großen Kaufhaus meiner Heimatstadt stattfand! Ein Open-Air-Auftritt auf einer Veranstaltung eines großen regionalen Radiosenders, der mir eine Reise nach London einbrachte! Auch einen Fernseher habe ich gewonnen, den ich dann aber weiterverkaufte, um mir neue Bühnen-Klamotten kaufen zu können, sowie Club-Reisen in die Türkei und nach Mallorca! Es ging immer „runter wie Öl", wenn mir die Leute sagten, dass ich wie das Original klinge, sogar besser, und dass alles „live" gesungen war. Solche Events waren aber auch eine tolle Gelegenheit, Leute aus der Musik-, und Medienbranche kennen zu lernen: Produzenten, Presseleute und andere Musiker, mit denen man sich austauschen und mitunter auch zusammenarbeiten konnte. Ich lernte dort meinen ersten Produzenten kennen, der mich die Möglichkeit gab, in einem richtigen Tonstudio erste Demos aufzunehmen."
1993 beendete Jennifer die Schule mit Abitur und war danach ziemlich verunsichert, in Bezug auf ihren weiteren Werdegang. Eines wusste sie jedoch sehr genau: Dass aus ihr nie eine Musiklehrerin werden wird. „Ich wollte Musik immer ganz unmittelbar erfahren, auf der Bühne - damals gab es auch noch nicht so viele Möglichkeiten, eine Ausbildung im Bereich der Popularmusik zu machen. Sehr zur Enttäuschung meiner Gesangslehrerin schlug ich sogar die Möglichkeit, Operngesang zu studieren, in den Wind. Irgendwie fühlte ich, dass da noch ein anderer Weg sein muss, der sich mir aber damals noch nicht offenbarte. Es sollte noch eine Weile dauern und ich war erst Anfang 20."
Also jobbte Jennifer, um ihr eigenes Geld zu verdienen: Als Kellnerin, als Verkäuferin in einer Bäckerei und Helferin in einem Pflegeheim. Parallel jedoch, nutzte sie jede Gelegenheit, um Fuß in der Musikbranche zu fassen. Sie sang solo und in einer Jazzband, nahm weiterhin Demos im Tonstudio auf: „Zu dieser Zeit waren es noch keine eigenen Songs, die ich aufnahm. Irgendwie fehlte mir noch das Selbstvertrauen, dass mein eigenes Material den Leuten gefallen könnte. Zwar schrieb ich schon einige Stücke selbst, aber ich hielt sie dann doch unter Verschluss."
1999 bot sich ihr die Möglichkeit, ihr erstes Album aufzunehmen. Ein Angebot, das sie nicht ausschlagen konnte, da zum ersten Mal eine große Plattenfirma die Aussicht bot, sie unter Vertrag zu nehmen. „Meine Produzenten sagten, dass das Album „eckig und frisch" klingen soll. Sie waren der Ansicht, dass wir uns dem damals aufkommenden Sound anpassen sollten, um bessere Marktchancen zu haben und um ein breiteres Publikum anzusprechen. Daher sollte es Pop/Rock-Songs, etwa im Stil von Natalie Imbruglia, Faith Hill und Shania Twain, enthalten. Es wurden also eifrig Stücke gesucht und gesammelt, die dieser Vorstellung am ehesten entsprachen, rockiger und mit mehr Gitarrensound. Ich jedoch träumte immer noch davon, Soul-Balladen im Stil von Whitney und Mariah aufzunehmen. Ich war daher anfangs skeptisch, ob dieser neue Sound überhaupt zu mir passen würde, sollte dann aber eines Besseren belehrt werden: Zu meiner eigenen Überraschung fühlte ich mich mit den Songs sehr wohl und entdeckte neue Facetten an mir und meiner Stimme. Hey, ich kann auch rockiger singen!"
Das Album „Predictable" wurde 2001 veröffentlicht, folgte dem Single-Release von „Love, Pain And The Whole Damn Thing" ein Jahr zuvor. Der Song wurde zum Airplay-Hit und schaffte sogar den Einstieg in die Deutschen Top 100 Single Charts. Jennifer wurde im Zuge dessen eingeladen, als „special guest" im Vorprogramm von „Orange Blue" aufzutreten, um ihr Album vorstellen zu können. Die Tournee des sehr erfolgreichen Hamburger Pop-Duos führte sie durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Es war meine erste große Tour und ich habe sie total genossen: Die ganze Atmosphäre, das hektische Treiben vor den Shows, die hohe Professionalität und Kollegialität unter allen Beteiligten, all das war einfach großartig! Leider sind aber auch viele Dinge schief gelaufen, auf die ich nicht im Detail eingehen möchte. Alles in allem fühlte ich mich mit meinen Produzenten nicht mehr richtig wohl und traf daher die Entscheidung, zukünftig einen neuen Weg einzuschlagen.
Nach der sehr erfolgreichen Tournee, nahm sich Jennifer eine Auszeit, um über das bisher Geschehene und ihre musikalische Zukunft nachzudenken. Die Zusammenarbeit mit ihren bisherigen Produzenten und der Plattenfirma wurde einvernehmlich beendet. „Ich wollte endlich meinen ureigenen Weg finden - ich gehöre auch nicht zu den Menschen, die Angst haben vor Veränderungen. Im Gegenteil, ich betrachte sie als sehr essentiell und notwendig, um wachsen zu können. Und wann immer ich mich unwohl fühle, sehe ich das als Zeichen, dass etwas nicht im Lot ist und verändert werden muss. Das packe ich dann auch mit Mut und Entschlossenheit an!"
Jennifer verbrachte die letzten zwei Jahre damit, sich endlich ganz dem eigenen Songwriting zu widmen. Und so reifte auch der Entschluss, das zweite Album in Angriff zu nehmen, mit Unterstützung ihres Partners, dem Produzenten und Musiker Armin Ludaescher, im kompletten Alleingang und über das eigene Label JAYDEE Records: „Ohne Armin hätte ich all das nicht umsetzen können. Ich übertreibe keineswegs, wenn ich sage, dass er einer der brilliantesten Musiker ist, die ich kenne. Wann immer ich ihm ein grobes Arrangement für einen neuen Song gebe, macht er daraus etwas so einzigartiges, dass ich immer sprachlos und einfach nur glücklich bin. Ich habe mit ihm einen Produzenten gefunden, der nicht einfach nur Techniker ist, sondern auch viel von Musik versteht. Irgendwie gelingt es ihm immer, die Songs so auszuproduzieren, dass einfach alles passt! Wir ergänzen uns und es macht Spaß, so zu arbeiten!"
Alle Songs auf ihrem neuen Album „Brand New Start", welches im Juni 2006 veröffentlicht wird, sind ein Spiegel der Liebe und Hingabe an das eigene Leben: „Diese Songs bedeuten mir unendlich viel - ich habe in ihnen sehr viel Persönliches verarbeitet und einfließen lassen. Vieles war nicht einfach für mich dennoch bin ich ein sehr versönhlicher Mensch, der trotz aller Rückschläge sich selbst und dem Leben immer eine neue Chance gibt. Man darf nicht bitter werden, das wäre schlimm - Es ist ein großes Privileg, dass ich das tun kann, was ich liebe, nicht nur des Geldes wegen, sondern aus einer echten Leidenschaft heraus. Neben meinem Talent ist mir nichts geschenkt worden, ich musste mir Vieles hart erkämpfen! Ich kann einfach nicht davon lassen, zu singen und zu spielen, Texte zu schreiben und mich auf die Suche nach neuen Melodien zu begeben! Mir ist es sehr wichtig, dass ich viel Freiraum habe, in dem ich mich und meine Musik entfalten kann. Musikmachen als Dienstleistung ist doch grauenvoll! Ich kann es ja nicht Jedem recht machen! Kunst im weitesten Sinne, kann sich letztendlich nur entfalten, wenn man frei ist und so weit es geht, unabhängig von äußeren Einflüssen ist! Ich glaube, es war noch nie so schwer, in der Musik Fuß zu fassen, wie heutzutage. Wir blicken zurück auf eine Geschichte von über 40, 50 Jahren Popmusik und es gibt keine Musikrichtung, keinen Stil, den es nicht schon einmal gegeben hat. Vieles wiederholt sich, es wurde schon fast alles geschrieben. Das macht es nicht gerade einfach und es gibt viel Konkurrenz da draußen. Was wir allerdings brauchen, wahrscheinlich mehr denn je, sind Künstler und Musiker mit Originalität und Authentizität, ganz gleich, aus welchem Genre!
Ich nehme für mich nicht in Anspruch, dass ich mit meinem zweiten Album das Rad neu erfunden habe bzw. etwas total Neues gemacht habe. Nein, das nicht - aber ich glaube, dass ich dem Ganzen meine eigene Handschrift verliehen habe. Sicherlich wird man versuchen, Ähnlichkeiten auszumachen, zu etwas, das es bereits gibt. Wenn man Euch fragen sollte, wonach das Album klingt, hoffe ich allerdings inständig, dass die Antwort lautet:
„Nach Jennifer............. Jennifer Davids!................."
...So gelingt ihr ein Mainstream-Rockpop, der trotz hochkarätiger Produktion höchst authentisch wirkt. Und ihre Stimme geht unter die Haut. Ein gelungener Neuanfang!... (lj)
...Nach "Predictable", dem erfolgreichen Debüt-Album von Jennifer Davids, erscheint mit "Brand New Start" nun das zweite Werk der charismatischen Sängerin. "Brand New Start" ist eines der wenigen Alben, das man sich in einem Guss anhören kann und immer wieder auf überraschende Momente trifft. Die zehn Songs sind so, wie es der Titel verspricht: voller viel positiver Energie, Hoffnung und großer Sehnsucht... (bm)
...Für jeden Pop-Fan ist das Album Pflicht...man spürt die postive Stimmung auf das Publikum!...
Jennifer Davids hat einen guten Namen in der Szene: Schon 2001 tourte die Sängerin mit Orange Blue und Eagle Eye Cherry durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und vor zwei Jahren nahm sie mit C.B. Green eine Musik-DVD auf. So war es klar, dass Davids etwas ganz Besonderes nach Neuburg in die Kunstscheune mitbrachte: das Publikum bekam einen ersten Vorgeschmack auf das neue Album der Deutsch-Philippinin - und war total begeistert... (ug)
"...eine Rockarbeiterin mit Charme, Temperament und einer interessant gefärbten, souligen Stimme."...(johannes breckner)
"Schon das Vorprogramm mit Jennifer Davids ließ die Herzen höher schlagen: Melodischer Poprock heizte die Stimmung in der ausverkauften Halle an. Mit begeistertem Applaus wurde die sympathische Interpretin mit ihrer sechsköpfigen Band von der Bühne geleitet. Texte aus dem Leben, in Noten verpackt, gefühlvoll, aber bisweilen auch impulsiv."... (carolyn meißner)
"Jennifer Davids bot eine gelungene Mischung aus Pop, Rock und Schmuseballaden aus ihrem Album "Predictable". Bei ihrer bekannten Single "Love, Pain & The Whole Damn Thing" sangen die Orange-Blue-Fans bereits mit."...

©2001 Siegfried Wallauer